WalterSchmuck
Theaterpädagogik

Die Superintelligenz, die wir sein können

Eine Frage wird einer künstlichen Intelligenz gestellt — und derselben Frage stellt sich eine Schulklasse. Am Ende beantwortet die Klasse sie gemeinsam vor Publikum.

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Von Superintelligenz spricht man, wenn ein System die besten menschlichen Leistungen in nahezu allen Bereichen weit übertrifft: nicht nur im Rechnen und im Faktenwissen, sondern auch in Kreativität, strategischem Denken, sozialer Intelligenz. Es wäre gewissermaßen die gesamte Menschheit zusammengenommen, ohne Ego, ohne Konflikt, als ein gemeinsam überlegendes System.

Warum aber müssen wir so etwas künstlich erschaffen? Wäre es nicht sinnvoller, das zu gestalten, was wir ohnehin sind? Es gibt, nach allem was wir wissen, kein zweites Wesen wie uns auf dieser Welt: eines, das sich von sich selbst und von seiner eigenen Vergänglichkeit eine Vorstellung machen kann — und das aus dieser Vorstellungskraft heraus etwas ganz Außergewöhnliches hervorbringt, nämlich Geschichten.

Umfang
Etwa zehn wöchentliche Proben pro Klasse, je eine Doppelstunde
Zielgruppe
Ab 14 Jahren
Abschluss
Aufführung von zehn bis fünfzehn Minuten vor Publikum, das auch aus den beteiligten Klassen bestehen kann
Raum
Turnhalle, Aula oder ein vergleichbar großer Raum
Ziel
Stärkung des Selbstbewusstseins und der Wahrnehmung
Erprobt
Am Collège de la Haute Vezouze in Cirey-sur-Vezouze im Rahmen der Microfolie, einer Kooperation des französischen und des saarländischen Kultusministeriums für den kulturellen Austausch in der Großregion
Honorar
Auf Anfrage

Wie gearbeitet wird

Zuerst — reden

Ich lerne die Klasse kennen und wir sprechen über ihr Leben, ihre Entwürfe davon und darüber, welchen Platz sie im Gefüge der Welt haben. Über künstliche Intelligenz, darüber was sie kann und was sie nicht kann, und über die Frage, was uns eigentlich ausmacht.

Dann — proben

In wöchentlichen Proben nähern wir uns einer gemeinsam gestellten Frage. Gruppenweise setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Beantwortung auseinander, etwa in einem Referat zur Entstehung unserer Welt vom Urknall bis zur künstlichen Intelligenz in sieben Stufen.

Dazu proben wir Bewegungsabläufe — pantomimisches Treppensteigen, Laufen, Gehen gegen den Wind — und üben im Rahmen der Soundmachine das gemeinsame Improvisieren und das rhythmisch melodische Musizieren mit der Stimme und dem Körper. Aus diesen Elementen entsteht nach etwa zehn Wochen eine kurze Theateraufführung von zehn bis fünfzehn Minuten.

Zuletzt — gemeinsam antworten

Dieselbe Frage, die wir einer künstlichen Intelligenz gestellt haben, beantwortet die Gruppe vor Publikum. Die Antwort der Maschine wird als Aufzeichnung eingespielt; ebenso gut lässt sie sich im Raum live erzeugen, dann wird es für alle Beteiligten unvorhersehbarer.

Die Klasse antwortet nicht nacheinander, sondern als ein Körper: über eine Choreographie und über eine Soundmachine, die sie selbst gebaut hat — jede und jeder steuert ein sich wiederholendes Geräusch bei, und erst alle zusammen ergeben die Maschine. Wer aussetzt, fehlt hörbar.

Aus der ersten Durchführung gelernt

In Frankreich habe ich mit achtzig Jugendlichen aus vier Klassen gearbeitet, bei vier Proben je Klasse und einer gemeinsamen Aufführung am Ende. Das war zu wenig Zeit, um achtzig Menschen wirklich aufeinander abzustimmen. Deshalb sind hier rund zehn Proben je Klasse angesetzt: Eine gemeinsame Antwort entsteht nicht in vier Terminen.