Vorlesetheater
Eine Klasse, ein Text, zwei Wochen — und am Ende steht jedes Kind vor Publikum und liest laut.
Lesen lernt man durch Lesen. Laut lesen lernt man, indem man laut liest — vor anderen, mit anderen, für ein Publikum, das zuhört. Genau das übe ich mit den Kindern, mit den Methoden des Lesebandes und mit denen des Theaters. So wächst nicht nur die Lesekompetenz, sondern auch das Selbstbewusstsein: Wer erlebt hat, dass seine Stimme im Raum trägt und dass die anderen zuhören, nimmt etwas mit, das über den Text hinausgeht.
Wir arbeiten mit chorischem Sprechen: Sätze werden auf einzelne Kinder verteilt, manche gehören allen gemeinsam. Wer noch unsicher liest, wird von der Gruppe getragen; wer sicher liest, übernimmt mehr. Fremdwörter werden dabei nicht umgangen, sondern erobert — Kinder mögen große Wörter, wenn sie sie sich einmal in den Mund gelegt haben. Zwischendurch spielen wir theaterpädagogische Spiele, die das Sprechen lockern und die Gruppe zusammenbringen.
- Umfang
- Sechs Schulstunden pro Klasse, verteilt auf zwei Wochen
- Ablauf
- Zweimal zwei Stunden Probe, eine Stunde Gesamtprobe, eine Stunde Aufführung mit anschließendem Gespräch
- Zielgruppe
- Grundschule, erprobt in der vierten Jahrgangsstufe
- Text
- Nach Absprache — ich bringe auf Wunsch einen eigenen Text mit
- Raum
- Honorar
- Auf Anfrage
Aus der Praxis
Im vergangenen Schuljahr habe ich das Vorlesetheater als Pilotprojekt des Kultusministeriums des Saarlandes an der Grundschule in Heusweiler erprobt, mit allen drei vierten Klassen. Die Kinder hatten sichtlich Freude am Text und am Auftritt, die Resonanz war durchweg positiv — einige fragten hinterher, ob es die Geschichte auch zu kaufen gibt.
So sieht ein Text aus
Für die Proben bereite ich den Text als Sprechpartitur vor. Jede Zahl ist ein Kind, mehrere Zahlen sprechen gemeinsam, und was allen gehört, spricht die ganze Klasse:
10 In mitten der großen Grillgesellschaft flatterte ein Schmetterling,
11 der ganz offenbar anders war als seine Artgenossen,
ALLE Doc Schmucki
12 war sein Name,
13 Tagpfauenauge seines Zeichens
14+15+16 und großer Grillenfreund.
Der Auszug stammt aus meinem Kinderroman „Die Schmettergrille“, mit dem das Pilotprojekt gearbeitet hat. Ebenso gut lässt sich mit einem Text arbeiten, den die Schule ohnehin im Unterricht behandelt. Die Fassung erstelle ich in beiden Fällen selbst, passend zur Zahl der Kinder und zu ihren Lesefähigkeiten.