Wem kann ich glauben?
Ein Workshop zu meinem Dokumentarfilm „Des Kaisers Neue Krone“ — über Falschmeldungen, Vertrauen und die Frage, wie man mit jemandem spricht, dessen Weltbild man nicht teilt.
Verschwörungstheorien sind nur die Spitze des Eisbergs. Sie sind Ausdruck von Misstrauen und von einem Vertrauensverlust in Politik, Presse und Gesellschaft.
Medienkompetenz ist dagegen ein wichtiger Baustein. Aber noch wichtiger als die Fähigkeit, unseriöse Quellen zu erkennen und selbst zu recherchieren, ist etwas anderes: vertrauen zu können, gesund kritisch zu denken und zu verstehen, wie Verschwörungsglaube funktioniert und warum er entsteht. Um diese drei Dinge geht es in diesem Workshop.
- Dauer
- Drei Stunden mit Pausen
- Alter
- Ab 14 Jahren
- Teilnehmende
- Etwa 10 bis 20
- Film
- Bei Interesse kann er zuvor im Unterricht geschaut werden
- Raum
- Erprobt
- Unter anderem im Theater im Viertel, Saarbrücken
Die drei Bausteine
Erstens — Vorstellung
Die Gruppe wird geteilt. Die eine Hälfte stellt sich selbst vor, mit Dingen, die die anderen noch nicht wussten — und baut dabei mindestens eine Falschinformation ein. Die andere Hälfte darf raten, welche das war. Danach wird getauscht: Jetzt stellt jeder seinen Gesprächspartner vor, wieder mit einer erfundenen Information darin.
Anschließend lösen wir auf und denken gemeinsam nach. Woran hätte man es merken können? Hat die Intuition geholfen? Was macht es mit der Glaubwürdigkeit einer Person, wenn sich die Falschinformationen häufen — und was macht es aus, ob jemand sie über sich selbst verbreitet oder ein anderer über ihn? Von dort ist es kein weiter Weg zu denselben Mustern in Politik und Berichterstattung.
Zweitens — Vertrauen
Mit geschlossenen Augen durch den Raum, geführt an der Hand. Dann ohne Führung, nur beaufsichtigt von jemandem, der eingreift, wenn es gefährlich wird. Dann allein auf der Bühne, während die ganze Gruppe durch Zurufe dafür sorgt, dass nichts passiert.
Und schließlich dasselbe noch einmal — nur ruft diesmal eine kleine Minderheit absichtlich etwas Falsches. Danach sprechen wir darüber, wie sich das angefühlt hat und wieweit es dem ähnelt, was einem im Internet begegnet.
Dazwischen — das Filmgespräch
Wir sprechen über den Film und über die Mechanismen der modernen Welt, die uns in die Irre führen können, und darüber, welches Verhalten daraus entsteht. Und wir machen uns noch einmal klar, wie Verschwörungserzählungen funktionieren und woran Gespräche mit ihren Anhängern so oft scheitern.
Drittens — Rollenspiel
Jetzt wird das Gespräch geführt, über das wir vorher gesprochen haben. Ich übernehme die Rolle des Verschwörungstheoretikers und stelle mich einzelnen Jugendlichen auf der Bühne. Danach dürfen Freiwillige diese Rolle selbst übernehmen.
Zum Schluss reflektieren wir: Wie fühlt es sich an, so ein Gespräch zu führen? Wie fühlt es sich an, diese Rolle einzunehmen? Und worauf kommt es dabei eigentlich an?
Buchen
Der Workshop kann über das Theater im Viertel in Saarbrücken gebucht werden oder direkt bei mir. Mehr zum Film unter deskaisersneuekrone.de.